In gewisser Weise ist SHANG-CHI AND THE LEGEND OF THE TEN RINGS ein sehr ungewöhnlicher Marvel-Film – und dann auch wieder nicht. Das Ungewöhnliche daran ist, dass er sich nicht wie ein Superheldenfilm anfühlt. Man hätte sich den Film ebenso gut als chinesische Martial-Arts-Produktion mit Fantasy-Einschlag vorstellen können. Es gibt nur geringe Verweise auf das MCU, die sich mitunter sogar wie ein Fremdkörper anfühlen. Man denke hier nur an den Kampf von Wong gegen Abomination, der nicht der Notwendigkeit entspringt, sondern Teil eines sportlichen Events im Darkweb ist. Auch die Abspannsequenz zielt auf das größere MCU ab und bietet den Gastauftritt von zwei Helden. Davon abgesehen ist der Film derart, dass er Fans chinesischer Kampfkunstepen durchaus zusprechen dürfte. Das sind die Umstände, weswegen der Film aus dem typischen MCU-Angebot heraussticht. Weil er eigenes Terrain betritt.

Zugleich hat er jedoch das typische MCU-Flair, denn nach mehr als 20 Filmen hat sich trotz wechselnder Regisseure ein gewisser Haus-Stil herauskristallisiert. Er dient damit zwei Herren, ist einerseits Teil des größer werdenden MCU, steht aber für sich und folgt einer Tradition, die sich nicht im westlichen, sondern fernöstlichen Kino etabliert hat.

SHANG-CHI AND THE LEGEND OF THE TEN RINGS ist phantasievolle Unterhaltung, die mit tollen Bildern aufwartet, einen amüsanten Verweis auf IRON MAN 3 hat und mit den scheinbar einer Fabel entstiegenen Tieren den Fantasy-Aspekt hochhält. Überhaupt ist die Mixtur gelungen, gibt es doch familiäres Drama, freundschaftliche Momente, farbenprächtige Kämpfe und grandiose Effekte. Alles in allem ein Film, der in jeder Beziehung gut unterhält.

Von Peter

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