Neil Gaiman mag zwar in Ungnade gefallen sein, seine Werke werden aber nach wie vor aufgelegt – so etwa mit SANDMAN: DEATH (24 Euro), das die beiden Miniserien „Der Preis des Lebens“ und „Die Zeit deines Lebens“ enthält.

Der junge Sexton erlebt mit der leicht verrückten Didi eine Nacht, die alles verändert und seine Einstellung zum Leben grundlegend wandelt. Hegte der junge Mann zuvor noch Todeswünsche, so begrüßt er nach seinem Treffen mit Death das Leben als jenen wundervollen Wert, den es darstellt – egal, wie schwer es manchmal auch sein mag. In der zweiten Geschichte begleitet Death das lesbische Musikerinnenpaar Hazel und Foxglove bei schicksalhaften Entscheidungen, die zum Leben einfach dazugehören. Death ist ein liebenswertes Mädchen, jemand, der das Leben aufsaugt und in vollen Zügen genießt. Und sie ist jemand, dem man am Ende tatsächlich begegnen wollen würde. Wenn es schon vorbei ist, wäre es doch weit schöner, würde uns eine hübsche junge Frau anstelle des grimmen Schnitters ins Jenseits geleiten. Sie weiß um die Kostbarkeit unseres Seins, wird ihr doch alle 100 Jahre nur ein einziger Tag gewährt, an dem sie den Geschmack des Lebens kosten darf – und den Preis dafür bezahlen muss. Dies sind Geschichten, die klein und einfach wirken, doch gerade diese Simplizität macht ihren Wert aus. Gaiman versteht es aufzuzeigen, dass es nicht immer nur um die großen Dinge gehen muss, sondern dass die Lust am Leben selbst genügt, um daran festzuhalten und es zu zelebrieren. Seine Geschichten sind eine Liebeserklärung an den Tod, ohne den das Leben unendlich wertlos wäre. Was bei dieser Edition fehlt: Die Aids-Kurzgeschichte „Death Talks About Life“.

Von Peter

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