Nachdem die Erstauflage schon lange verkauft ist, hat der Avant Verlag eine Neuedition von ETERNAUTA (50 Euro) veröffentlicht. Die Geschichte des ETERNAUTA ist untrennbar mit dem Schicksal seines Schöpfers verbunden: Héctor Germán Oesterheld.
Mit seiner berühmtesten Figur erschuf er einen ungewöhnlichen Helden – keinen Supermann, sondern einen Familienvater, der sich nach einer außerirdischen Invasion gegen unsichtbare Unterdrücker erhebt. Die mysteriösen Invasoren werden lediglich „SIE“ genannt. Niemand scheint ihnen gewachsen zu sein, doch der Kampf um Freiheit und Menschlichkeit geht weiter, selbst dann noch, als der Eternauta zu einem ewigen Wanderer durch Zeit und Raum wird, immer auf der Suche nach dem Weg zurück nach Hause. Rückblickend wirkt Oesterhelds Werk beinahe prophetisch.
Denn ohne es zu ahnen, näherte sich sein eigenes Leben immer stärker der düsteren Vision seines Comics an. In den frühen Siebzigerjahren gerät Argentinien in politische Unruhe. Oesterhelds Töchter engagieren sich zunehmend politisch und gehen schließlich in den Untergrund. Auch ihr Vater schließt sich ihnen an. Während dieser Zeit arbeitet er weiter an neuen Geschichten des ETERNAUTA, bis Realität und Fiktion kaum noch voneinander zu trennen sind. Nach dem Militärputsch von 1976 wird Oesterheld von der argentinischen Junta verschleppt. Er landet in einem geheimen Foltergefängnis und wird später ermordet. Bis heute ist unbekannt, wann genau er starb und wo seine sterblichen Überreste liegen – ein Schicksal, das er mit Tausenden Opfern der Diktatur teilt. Gerade deshalb besitzt der ETERNAUTA heute eine beklemmende Kraft.
Die Geschichte erzählt zwar von Außerirdischen, spiegelt aber zugleich erschreckend präzise die Mechanismen eines totalitären Systems wider. So wird aus der Science-Fiction-Erzählung zugleich ein eindringliches Plädoyer für Freiheit, Widerstand und Menschlichkeit. Es gibt umfangreiches Zusatzmaterial.


