Ob Science Fiction, Fantasy, Krimi oder Shakespeare – ein paar neue Graphic Novels sind erschienen, die sehr lesenswert sind.

Neues gibt es von CIXIN LIU – und zwar DIE VERSORGUNG DER MENSCHHEIT (25 Euro), in dem ein Killer im Mittelpunkt steht, der von einer Gruppe der reichsten Menschen der Welt den Auftrag erhält, ein paar der ärmsten Menschen umzubringen – nichtsahnend, dass er damit die Geschicke der Menschheit verändert. Wie eigentlich immer bei Cixin Liu ist das gedankenanregende, komplexe Science Fiction.

DAS DRITTE AUGE 1 (22 Euro) ist der Auftakt einer Trilogie, in der ein Glasmaler-Lehrling das dritte Auge entwickelt und einen Blick auf die Welt erhält, die den meisten verborgen ist. Doch damit geht auch eine unaussprechliche Gefahr einher. Olivier Ledroit hat einen faszinierenden Comic abgeliefert mit ausdrucksstarken Zeichnungen und einer Tendenz, nur wenig auf Dialoge zu setzen, dafür aber auf erklärende Texte zu setzen – das macht diesen Comic mehr als viele andere wirklich zu dem, was dem Namen nach eine Graphic Novel sein sollte.

DAS MÄDCHEN MIT DEN BLAUEN AUGEN (35 Euro) ist eine Adaption des Romans von Michel Bussi. Ein Detektiv soll herausfinden, ob eine junge Frau, die 18 Jahre zuvor als Säugling einen Flugzeugabsturz überlebte, mit seinen reichen Auftraggebern blutsverwandt ist – denn zugesprochen wurde sie damals einer deutlich ärmeren Familie. Scheinbar eine einfache Sache, aber die Geschichte wird noch sehr viel dramatischer und wartet mit so mancher Wendung auf, die den Leser fesselt – und das über mehr als 170 Seiten hinweg.

MACBETH: KÖNIG VON SCHOTTLAND (25 Euro) ist eine Adaption von William Shakespeares Stück, ergeht sich in den Dialogen aber nicht in dessen Sprache, sondern wirkt recht modern, wobei die Zeichnungen extrem detailliert erscheinen, aber auch ein gewisses altmodisches Flair haben – wie eine frankobelgische Abenteuergeschichte, aber mit der Dramatik und der Gravitas eines Shakespeare.

ANTANANARIVO (29,80 Euro) erinnert an DIE ALTEN KNACKER. Hier ist es ein alter Notar, der im Leben nie etwas erlebt hat, ganz im Gegensatz zu seinem gerade verstorbenen Freund. Doch nun begibt er sich im hohen Alter auf das Abenteuer seines Lebens, auf der Suche nach einem möglichen Erben für die Besitztümer des Verstorbenen.

DOOMBOY (25 Euro) ist eine preisgekrönte Graphic Novel von Tony Sandoval, dem mexikanischen Künstler, dessen Figuren immer diese riesigen Köpfe haben. Aber ausgesprochen charmant sind seine Zeichnungen immer. Hier erzählt er von einem Jungen, der ungewollt zum Metal-Gott aufsteigt, aber eigentlich nur ein Teenager mit lebhafter Phantasie ist, der es gerne ruhig mag. Eine schöne Coming-of-Age-Geschichte, die nicht so endet, wie man das erwarten würde.

Von Peter

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