Der Film wurde seit 2019 mehrmals verschoben, zuerst, weil die Nachproduktion etwas dauerte, danach waren alle Verschiebungen COVID-19-bedingt. Jetzt scheint er endlich in die Kinos zu kommen – wenn die Pandemie dem nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.


Matthew Vaughns neuester Film ist ein Prequel zu seinen erfolgreichen KINGSMAN-Streifen. Er erzählt nun wie diese unabhängig von Politik und anderen Geheimdiensten arbeitende Organisation überhaupt zustande kam.
Der Erste Weltkrieg wird durch einen Schurken entfesselt, der im Hintergrund die Fäden zieht. Orlando Oxford ist ein erklärter Pazifist, sein Sohn Conrad möchte in den Krieg ziehen. Doch Oxford rekrutiert seinen Sohn für eine Geheimmission, die nach Russland führt. Denn Rasputin hat den Auftrag erhalten, den Zar dazu zu bringen, Russland aus dem Krieg herauszuholen. Das wäre für England verheeerend. Also muss Rasputin sterben …

Photo Credit: Courtesy of 20th Century Studios. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.


Es ist geradezu elegant, wie der Film die realen Ereignisse rund um den Ausbruch des Ersten Weltkriegs un die Kriegsjahre nutzt und mit den eigenen Figuren und Taten kombiniert. Heraus kommt ein berauschendes Stück alternativer Historie, die auf die Gründung des Supergeheimdienstes der King‘s Man hinausläuft – aber auf einem Weg, der höchst vergnüglich ist.

Photo Credit: Courtesy of 20th Century Studios. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.


Der Film bietet nicht nur rasante und knackige Action, er lädt sie auch humoristisch, zumindest aber skurril auf. Bestes Beispiel ist der Kampf von Orlando Oxford und den Seinen gegen Rasputin, der sich wie ein Derwisch bewegt und die Bewegungen des Tanzes mühelos in die die des Kampfes übergehen lässt.
Auch andere Sequenzen profitieren von dieser Chuzpe, sich nicht der totalen Ernsthaftigkeit verschreiben zu müssen. Nur um dann den Zuschauer aus den Latschen kippen zu lassen. Denn dieser Film hat Eier. Er traut sich etwas. Zur Mitte etwa kommt ein echter Wow-Moment, mit dem man nie gerechnet hätte.
Amüsant ist darüber hinaus, Ralph Fiennes als eine Art Proto-James-Bond zu sehen, ist er für James Bond in dessen Filmen doch der Boss M.

Photo Credit: Courtesy of 20th Century Studios. © 2020 Twentieth Century Fo


Die Besetzung ist erlesen. Zwar kann man die mysteriöse Identität des Oberschurken schon erahnen, wenn man sich nur die Ensembleliste ansieht, aber Vaughn spielt dabei meisterlich mit den Konventionen des Genres.
Interessant ist das Aufgebot an deutschen Stars. Alexandra Maria Lara als Orlando Oxfords Frau ist nur kurz dabei. Auch Daniel Brühl, August Diehl und David Kross haben keine großen Rollen, aber interessante.
Brühl agiert als Wahrsager Hanussen als Einflüsterer des Kaisers, August Diehl spielt Lenin und David Kross taucht erst in der Nachspannsequenz als historische Persönlichkeit auf. Hier wird ganz klar die Saat für ein Sequel gelegt.
Toll ist auch Tom Hollander, der nicht nur King George, sondern auch noch dessen Cousins, den deutschen Kaiser und den russischen Zaren, spielt.

Photo Credit: Courtesy of 20th Century Studios. © 2020 Twentieth Century Fox


Ein starker Actionfilm, der mit Witz und Schauwerten aufwartet und es perfekt versteht, die realen historischen Ereignisse durch die KING‘S MAN-Brille zu sehen. Lange musste man auf diesen Film warten. Aber es hat sich gelohnt!

Von Peter

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