Auf den Hund gekommen
Autor/Zeichner: Pierre Lemaitre, Dominique Monféry)
Album, Hardcover, farbig, 128 Seiten.
Splitter Verlag, 25,00 €
Der Großindustrielle Philippe Biasini wird nach der täglichen Gassirunde direkt vor seiner Haustür erschossen – gemeinsam mit seinem Hund. Ein brutaler Auftakt, der sofort klarmacht: In dieser Geschichte wird nicht lange gefackelt. Biasini war ein mächtiger Mann mit zahlreichen geschäftlichen Verbindungen – und ebenso vielen Feinden. Entsprechend groß ist der Kreis der Verdächtigen, denen Kommissar René Vassiliev nun nachgehen muss.
Doch die wahre Täterin ist Mathilde, eine unscheinbare ältere Dame, die seit ihrem Einsatz als Partisanin im Zweiten Weltkrieg das Töten nie verlernt hat. Für ihren ehemaligen Widerstandskameraden Henry erledigt sie noch immer diskret „Probleme“. Jeder neue Auftrag ist für sie eine willkommene Gelegenheit, ihre gefährlichen Fähigkeiten erneut unter Beweis zu stellen.
Mit dem Alter jedoch häufen sich die Fehler, und Mathildes perfekt funktionierende Routine beginnt zu bröckeln. Die Schlinge zieht sich langsam zu, und sie landet sogar auf Vassilievs Verdächtigenliste – allerdings ohne ernsthaftes Misstrauen zu erregen. Schließlich wirkt eine betagte Dame kaum wie eine professionelle Killerin. Als Henry jedoch beschließt, sich wegen der zunehmenden Risiken seiner alten Freundin zu entledigen, zeigt Mathilde noch einmal, wozu sie fähig ist.
Pierre Lemaitre (Wir sehen uns dort oben) erzählt diese makabre Kriminalgeschichte mit schwarzem Humor, schrägen Figuren und einem feinen Gespür für Timing. Dominique Monférys (Ein unerwarteter Todesfall) Zeichnungen unterstreichen den Ton perfekt: karikaturhaft, detailreich und voller subtiler Ironie. Gemeinsam erschaffen Autor und Zeichner einen bitterbösen, zugleich erstaunlich unterhaltsamen Comic-Krimi-Noir, der lange nachwirkt. (UL)


