{"id":6920,"date":"2019-03-02T11:56:17","date_gmt":"2019-03-02T10:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.comicecke.de\/?p=6920"},"modified":"2019-02-26T17:37:12","modified_gmt":"2019-02-26T16:37:12","slug":"interview-rick-remender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/2019\/03\/02\/interview-rick-remender\/","title":{"rendered":"Interview: Rick Remender"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Syfy Channel hat uns ein Interview mit Rick Remender zur Fernsehadaption seiner Serie DEADLY CLASS zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"378\" height=\"239\" src=\"https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/rick.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6921\" srcset=\"https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/rick.jpg 378w, https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/rick-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><figcaption> <br>Rick Remender \u00a9 SYFY Media LLC <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kannst du uns kurz erz\u00e4hlen, wie du auf die Idee zu DEADLY CLASS\nkamst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Den Titel f\u00fcr DEADLY CLASS habe ich 1997 in einem Notizbuch\naufgeschrieben, w\u00e4hrend ich 1997 als Animator an Don Bluth\ngearbeitet habe. Die Zeit verging, und ich hatte bereits acht Jahre\nlang f\u00fcr Marvel Comics gearbeitet und gesehen, wie Leute Dinge\nentwickelten, die zu 100-Millionen Dollar Filmen wurden und nichts\nvon diesem Erfolg abbekamen. Mir wurde klar, dass ich meine Zukunft\npraktisch in fremde H\u00e4nde gab, wenn ich mein Leben nur damit\nverbrachte, die IPs von Marvel oder DC Comics zu entwickeln. Also\nbeschloss ich, zu k\u00fcndigen und wieder an meinen eigenen Serien zu\narbeiten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du hast also deinen Job bei Marvel gek\u00fcndigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ja. Und sobald ich wusste, dass ich bei Marvel k\u00fcndigen w\u00fcrde, habe\nich mit DEADLY CLASS gestartet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann war das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u2026 2013. Als mir klar wurde, dass ich mir selbst etwas aufbauen\nmusste, um gehen zu k\u00f6nnen. Also ging ich meinen Berg von ungef\u00e4hr\n200 Ideen und Konzepten von Dingen durch, die ich eines Tages\nausbauen wollte und fand zwei Dinge: \u201eReagan Youth\u201c und DEADLY\nCLASS. \u201eReagan Youth\u201c war die Idee eines authentischen\nSchnappschusses der Generation X, wie ich sie als Punk-Rock und\nSkating Kid der 80ern sah, und handelt von meinen Freunden und mir\nund unseren Abenteuern und Fehlschl\u00e4gen \u2013 nat\u00fcrlich etwas kreativ\nausgebaut. DEADLY CLASS war eine Schule f\u00fcr Auftragsm\u00f6rder,\nallerdings habe ich nie so richtig einen Weg in die Story gefunden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Irgendwann wurde mir klar, dass ich die beiden einfach zu einem\nverr\u00fcckten Mix kombinieren und authentische Geschichten der\nGeneration X und meiner eigenen Kindheit erz\u00e4hlen sollte, die in\ndieser m\u00f6rderischen Welt aufwachsen\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo bist du aufgewachsen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>In Phoenix, Arizona. Das hatte seine eigenen Vor- und Nachteile,\naber ein interessanter Aspekt von Phoenix war die N\u00e4he zur\nPunk-Rock-Szene aus Los Angeles, so dass diese Kultur auch Phoenix\nund seine Jugend stark beeinflusste.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich hatte selbst meine Jahre als Punk-Rock-Kid auf dem Skateboard,\nauf dem Weg zur Schule, im College, auf Parkpl\u00e4tzen verbracht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und ja, so kam ich irgendwann darauf, dass ich diese beiden Dinge\nkombinieren wollte. Pl\u00f6tzlich begriff ich, dass mit DEADLY CLASS\neine Geschiche schreiben k\u00f6nnte, in der das sprichw\u00f6rtliche Messer\nim R\u00fccken keine Metapher mehr war und all die scheinbar\nmonumentalen und weltver\u00e4ndernden Ereignisse der Teenagerjahre und\nfr\u00fchen 20er tats\u00e4chlich monumental und weltbewegend w\u00e4ren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine Schule f\u00fcr Assassinen k\u00f6nnte als Sinnbild f\u00fcr all diese\nInstitutionen funktionieren, die gute und unschuldige Menschen\naufnimmt und als Monster wieder ausspuckt. Davon gibt es ja eine\nMenge in dieser Welt. So viele Menschen, die dazu f\u00e4hig sind, als\nWall-Street-Egomanen die Existenz von kleinen Familienunternehmen\nzerst\u00f6ren, oder tats\u00e4chlich zu Kriminellen oder M\u00f6rdern werden. Als\nich mir \u00fcber die Ideologie, die die Schule repr\u00e4sentieren w\u00fcrde und\nwas ich mit diesen Kids aussagen wollte, klar wurde, fand ich die\nLogline f\u00fcr Markus, \u201eeine moralisch korrekte Person gestrandet an\neinem unmoralischen Ort\u201c. Die Frage ist: Kann eine moralische\nPerson an einem unmoralischen Ort moralisch bleiben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Au\u00dferdem wollte ich die 80er Jahre zeigen, in denen ich\naufgewachsen bin, nicht die 80er, wie man sie aus Film und\nFernsehen kennt, wo jeder von Ghostbusters und E.T. besessen war,\nund Stulpen und Zauberw\u00fcrfeln. Ich wollte das Zeug, das ich mochte,\ndie Szene, in der ich aufgewachsen bin und die Menschen die ich\nkannte. All diese Einfl\u00fcsse kamen zusammen und das ist das\nErgebnis.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie lief der Prozess, deine Comicserie in eine TV Serie zu\nadaptieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir sind von Portland nach Los Angeles umgezogen und ich hatte\neinige Meetings. Meine Agentur UTA, die mich repr\u00e4sentiert, hat\neinen Haufen Anrufe bekommen und viele Leute wollten mit mir\ndar\u00fcber reden, wie man Deadly Class in einen Film oder eine Serie\numzusetzen k\u00f6nnte, aber jeder sagte am Ende \u201eNein\u201c. Trotzdem\nbestellten sie mich zu sich um mir zu sagen, wie sie mein Projekt\nverbessern w\u00fcrden. Ich dachte mir nur \u201eFuck you\u201c. Irgendwann hab\nich einfach gesagt: \u201eIch will nicht mehr. Ich werde es nicht\n\u00e4ndern.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sony hat sich irgendwann gemeldet und Chris Parnell, der jetzt\nCo-President ist, und Max Aronson, der inzwischen bei Apple\narbeitet, haben verstanden, was diese Geschichte wirklich ist. Ich\nhabe gesagt, \u201eIch mache die Musik, ich schreibe das meiste davon,\nich entwickle es.\u201c Und sie sagten nur: \u201eGro\u00dfartig.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie wollten, dass ich mit jemandem zusammenarbeite, der\nTV-Erfahrung hat, also stellten sie mir Miles [Orion Feldsott,\nCo-Creator] vor. Wir entwickelten das Ding und fuhren herum um es\nzu pitchen. Und Eli und Alex von SYFY waren Fans und wollten das\nBuch sowieso haben, war es f\u00fcr uns alle eine gl\u00fcckliche Situation.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ausserdem hatten wir auch noch das unglaubliche Gl\u00fcck, dass die\nRusso Br\u00fcder uns kontaktierten und sagten, dass sie Fans von DEADLY\nCLASS w\u00e4ren und Interesse h\u00e4tten. Ich habe ihnen gesagt, dass die\nLizenz bei Sony liegt, aber ich bin ein gro\u00dfer Fan der Russos \u2013 sie\nsind eines der wenigen k\u00fcnstlerischen Teams, die ihre Integrit\u00e4t\nund ihr k\u00fcnstlerisches Feingef\u00fchl behalten und ihr Handwerk\nbeherrschen, w\u00e4hrend sie trotzdem gro\u00dfe kommerziellen Erfolg haben\n\u2013 das ist so ein seltener und magischer Mix. Die M\u00f6glichkeit, mit\nihnen zu arbeiten und von ihnen zu lernen, das war einfach eine\ngro\u00dfe Gelegenheit f\u00fcr mich. Also gingen wir einen Schritt zur\u00fcck\nund verhandelten die Vertr\u00e4ge neu und bezogen die Russos mit ein,\nwas den gro\u00dfen Unterschied machte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was mir am meisten an der Pilotfolge Spa\u00df gemacht hat, war das\nKonzept dieser Gr\u00fcppchenbildung. Es ist nicht \u201eOh, wir sind alle\nAu\u00dfenseiter, deswegen sind wir jetzt alle nett zueinander.\u201c Jeder\nkleine Fehler hat echte Konsequenzen. Und hoffentlich ist das\nallgemeing\u00fcltig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Meine Frau ist Engl\u00e4nderin und kann es nicht ganz nachvollziehen.\nSie sagt: \u201eDiese Gruppenbildung, versteh ich nicht. Was l\u00f6uft\nfalsch in Amerika?\u201c und: \u201eWir hatten keine Sportler und\nCheerleader\u2026 Sie sind offensichtlich popul\u00e4r, aber Amerikaner haben\neinen besonderen Drang sich besonders in Gruppen abzugrenzen, der\nschon in der High School beginnt\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Psychologie dahinter fasziniert mich. Es ist so ein\namerikanisches Ding. Wie diese Gruppen sich zusammensetzen, hat\nsich in den letzten 30 Jahren ge\u00e4ndert, aber es passiert nach wie\nvor. Fr\u00fcher waren es die Geeks, die Kiffer, die Sportler, die\nPunks, die Gothics, die Hip-Hopper.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Einer der Gr\u00fcnde warum ich es so interessant fand, dieses Buch zu\nmachen, war diese faszinierende Abbildung unserer Gesellschaft\ndurch diese Gruppen. Es erinnert an Alan Moores Liga der\nau\u00dfergew\u00f6hnlichen Gentlemen, wo er all diese ber\u00fchmten,\nliterarischen Figuren genommen hat und ein Team aus ihnen gemacht\nhat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und dann realisiert man, dass die 80er so eine wunderbare\nAnsammlung von Subkulturen hatte die alle ihre eigenen Ansichten\nund Ideologien und Musik hatten. Das haben wir so nicht mehr. Man\nbekommt so ein Gef\u00e4ngnisgef\u00fchl, aber f\u00fcr mich war die High School\nwirklich wie ein Gef\u00e4ngnis.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Syfy Channel hat uns ein Interview mit Rick Remender zur Fernsehadaption seiner Serie DEADLY CLASS zur Verf\u00fcgung gestellt. Kannst du uns kurz erz\u00e4hlen, wie du auf die Idee zu DEADLY CLASS kamst? Den Titel f\u00fcr DEADLY CLASS habe ich 1997 in einem Notizbuch aufgeschrieben, w\u00e4hrend ich 1997 als Animator an Don Bluth gearbeitet habe. 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