{"id":4306,"date":"2016-01-07T20:17:43","date_gmt":"2016-01-07T19:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicecke.de\/?p=4306"},"modified":"2016-01-07T20:17:43","modified_gmt":"2016-01-07T19:17:43","slug":"in-memoriam-steve-kups-1970-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/2016\/01\/07\/in-memoriam-steve-kups-1970-2015\/","title":{"rendered":"In Memoriam Steve Kups (1970-2015)"},"content":{"rendered":"<p>Schon am 26. Dezember 2015 ist der \u00dcbersetzer, Journalist und Freigeist Steve Kups an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben. Er hat sich vor allem einen Namen als \u00dcbersetzer f\u00fcr Panini gemacht, wo er einige DC-Serien betreut hat, darunter auch den Dunklen Ritter. Seine \u00dcbersetzungen verstanden es, das Original ad\u00e4quat zu \u00fcbertragen, aber auch eine eigene Note zu setzen.<\/p>\n<p>Er hatte einen ganz speziellen Sinn f\u00fcr Humor (wie es um den bestellt ist, kann man auf seiner schon seit Jahren im Tiefschlaf befindlichen Website www.kups.de sehen). Als K\u00f6nig Kups hat er auch das Panini-Forum betreut.<\/p>\n<p>Steve Kups ist nur 45 Jahre alt geworden. Seine aktuellen Arbeiten werden noch bis in den Juni hinein bei Panini publiziert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/batman.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4307\" alt=\"batman\" src=\"http:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/batman-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/batman-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/batman-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.sammlerecke.de\/comicecke\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/batman.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von seinem besonderen Sinn f\u00fcr Humor zeugt auch dieses Interview aus dem Jahr 2001, das angesichts des DC-Starts bei Panini f\u00fcr das Fachmagazin &#8222;Hit Comics&#8220; entstanden ist.<\/p>\n<p><b>1). In welchem Alter bist du erstmals in Kontakt mit DC-Comics gekommen?<\/b><\/p>\n<p>SK: In meinem Fall muss das wohl mit etwa f\u00fcnf Jahren der Fall gewesen sein, als ich irgendein Batman-Heft eines amerikanischen Cousins in die Finger bekam. Ich verstand damals zwar noch nichts von dem, was in dem Heft so drinstand, konnte mich aber spontan f\u00fcr die bunten Bilder begeistern. \u00c4hnlich ging&#8217;s mir sp\u00e4ter mit meinem ersten Playboy, aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p><b>2). Erz\u00e4hl mal ein bisschen \u00fcber dich. Was hast du bisher so geleistet (Comics und anderswo) und wie hat sich die Zusammenarbeit mit DCD ergeben?<\/b><\/p>\n<p>SK: Mein Lebenslauf ist viel zu wirr, um ihn hier auch nur ann\u00e4hernd sinnvoll beschreiben zu k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde aber mal sagen, dass ich au\u00dfer dem Praktizieren von schwarzer Magie schon nahezu alles gemacht habe. Au\u00dfer, man z\u00e4hlt die Sache mit dem Hamster und dem brennenden Kreuz dazu, aber das w\u00e4re wohl eher kleinlich.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit DC ergab sich f\u00fcr mich dadurch, dass ich f\u00fcr den Marvel-Zweig von Panini schon als freier Mitarbeiter t\u00e4tig war und auch bei Dino schon ein kurzes Gastspiel als \u00dcbersetzer hatte. Als sich dann abzeichnete, dass Panini die DC-Lizenzen bekommt, schickte ich flugs meine Bewerbung mitsamt einem aussagekr\u00e4ftigen Nacktfoto nach Nettetal und bot mich an, dort f\u00fcr die neuen Redakteure als Tabledancer zu arbeiten, um deren Arbeitsmoral zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Der Rest war einfach. Als ich dann mitsamt meinem Spie\u00dfgesellen Christian Hei\u00df, der sich als pizzabackende Ledermieze eingeschlichen hatte, in den Redaktionsr\u00e4umen der Paninis ein und ausging, lie\u00dfen wir einfach die richtigen Redakteure verschwinden und setzten uns stattdessen selbst auf deren Pl\u00e4tze. Und bis heute hat es keiner bemerkt.<\/p>\n<p><b>3). Bist du mit Eurem Konzept zufrieden, oder liegen schon jetzt Ver\u00e4nderungen in der Luft?<\/b><\/p>\n<p>SK: We make that up, as we go along, w\u00fcrde ich sagen. Dadurch, dass sowohl Christian und ich bereits Erfahrungen als Redakteure und \u00dcbersetzer gesammelt haben, ist nat\u00fcrlich ein gewisses Gesp\u00fcr vorhanden. Davon abgesehen sind wir beide comicfanatische Irre seit fr\u00fchester Jugend und besitzen intimste Kenntnisse der Materie, in der wir uns bewegen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig haben wir durch den Panini-Verlag einen funktionierenden Apparat im R\u00fccken, der schon seit Jahren beweist, dass er in der Lage ist, den Markt mit qualitativ hochwertiger Ware zu versorgen, auf Ver\u00e4nderungen zu reagieren und trotzdem stabil zu bleiben.<\/p>\n<p>Trotz alledem haben wir nat\u00fcrlich keinerlei Sicherheit, dass unser Konzept, wie wir es f\u00fcr den Start ausgearbeitet haben, der Weisheit letzten Schluss darstellt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eine &#8222;endg\u00fcltige&#8220; Form, wie wir unsere Hefte pr\u00e4sentieren, in Zusammenarbeit mit den Lesern im Lauf der Zeit ganz automatisch erarbeiten werden, da wir uns von vornherein um eine funktionierende Kommunikation bem\u00fchen.<\/p>\n<p>Der Leser, jeder einzelne davon, hat das Machtpotenzial, eine Serie, ein Genre oder einen Verlag an die Spitze zu katapultieren oder im Sumpf verrotten zu lassen. Eine Tatsache, vor der sich manche Verlage aufgrund von Arroganz, Selbstsicherheit oder einfach Inkompetenz zu verschlie\u00dfen neigen. Ein Fehler, den wir tunlichst zu vermeiden suchen. Nur indem wir auf die W\u00fcnsche unseres Publikums eingehen und auf die Stimme des Volkes lauschen, werden wir uns auf lange Sicht an diesem schwerumk\u00e4mpften Markt \u00fcberhaupt halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was nat\u00fcrlich nicht hei\u00dft, dass wir es von Anfang an jedem unserer Fans recht machen k\u00f6nnen. So etwas hat es in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nie gegeben und wird es nie geben. Aber wir arbeiten daran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>4). Der Superheldenmarkt ist nach einer kurzen Zeit des Booms in der Krise. Siehst du die Preise von DCD, die sich offensichtlich an einen Sammler- und weniger an einen Gelegenheitslesermarkt richten, nicht als Problem?<\/b><\/p>\n<p>SK: Ja und Nein. Die &#8222;Krise&#8220; in der Comicbranche r\u00fchrt nicht alleine und einzig daher, zu welchem Preis die Produkte an den Mann gebracht werden. Manche Leute sind sogar der Meinung, dass der Preis in der Entscheidungsfindung der K\u00e4ufer nur eine absolute untergeordnete bis stellenweise sogar unwichtige Rolle spielt. Der Leser will in erster Linie unterhalten werden. Er will das Gef\u00fchl haben, dass er f\u00fcr sein bezahltes Geld, egal wie teuer es ist, ein Heft erh\u00e4lt, das sein Geld auch wert ist.<\/p>\n<p>Seien wir ehrlich: Der Markt befindet sich nicht in der Situation, in der er heute ist, weil Comics zu billig oder zu teuer angeboten wurden und werden. Der Markt ist deshalb so schlimm dran, weil es vor einigen Jahren diesen riesigen Boom gab, zu welchem jeder, der auch nur ann\u00e4hernd wusste, wie ein Comic aussieht, einen eigenen Verlag gr\u00fcndete und neue Serien unters Volk warf. Serien, von denen gut und gerne 70% absoluter geistiger D\u00fcnnschiss waren. Egal, ob sie von einem der &#8222;Major Publishers&#8220; oder einem Frischling stammten.<\/p>\n<p>Diese Idiotie wurde dann von einer entsprechend unkritischen &#8222;Fachpresse&#8220; sowie einer gro\u00dfen Zahl von Wertspekulanten entsprechend angeheizt. Jeder sah, dass sich eine neue Serie mit einer &#8222;#1&#8220; auf dem Titel verkaufte, als g\u00e4be es morgen keine Comics mehr auf dieser Erde. Wohlgemerkt nicht wegen eines brauchbaren Inhalt, sondern eben nur wegen einer Handvoll Vollidioten, die den Erwerb dieser Hefte als kurzfristig lukrative Geldanlage sahen.<\/p>\n<p>Die Verlage lie\u00dfen sich dieses vermeintlich sichere Gesch\u00e4ft nat\u00fcrlich nicht entgehen und erh\u00f6hten ihren Output, v\u00f6llig egal, welcher Dreck dabei ver\u00f6ffentlicht wurde. Die schnelle Mark bzw. der schnelle Dollar war alles, was z\u00e4hlte. Nach einer Weile k\u00fchlte das Interesse der Spekulanten wieder ab, der Markt war jedoch inzwischen \u00fcberschwemmt mit einer un\u00fcberschaubaren Anzahl an Titeln, die oft nicht mal das Papier wert waren, auf dem sie gedruckt wurden.<\/p>\n<p>Die Folge: Leser sprangen ab, Verlage machten Verluste, von denen sie sich erst nach vielen Jahren nur zum Teil wieder erholten. Dahingehend sehe ich die aktuelle Situation als eine hervorragende M\u00f6glichkeit zu einem neuen Anfang, &#8222;a clean slate&#8220;. Verlage m\u00fcssen jetzt wieder mehr auf die Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t ihrer Produkte achten, die sie in die L\u00e4den bringen. Und der Leser muss entsprechend seinen Teil dazu tun und die Verlage, an denen ihm etwas liegt, mit seiner Kaufkraft unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, ist eine intensive Kommunikation zwischen Verlag und Leser vonn\u00f6ten. Wir sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen. Es liegt am Leser, ob er seinen Part daran erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon am 26. Dezember 2015 ist der \u00dcbersetzer, Journalist und Freigeist Steve Kups an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben. Er hat sich vor allem einen Namen als \u00dcbersetzer f\u00fcr Panini gemacht, wo er einige DC-Serien betreut hat, darunter auch den Dunklen Ritter. 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